Nach oben

Archiv:

320.000.000.000,- Reichsmark Porto für einen Brief

- Damals waren Millionäre ganz ganz ganz arme Leute -

 
Ein eingeschriebener Eilbrief vom 29. November 1923, dem vorletzten Tag der Inflationszeit. Das Porto für diesen Brief betrug:
   
  --80 Milliarden Reichsmark Briefporto
  --80 Milliarden Reichsmark Einschreibegebühr
  160 Milliarden Reichsmark Eilbotenzuschlag
   
Gesamt: 320 Milliarden Reichsmark Porto

 

 

Natürlich sagen Sie "da sind ja nur für 80 Milliarden Reichsmark Briefmarken aufgeklebt worden". Ja und nein, ich muss es Ihnen erläutern. Die Reichspost hatte bei der vorletzten Portoerhöhung des Jahres 1923 am 26. November wegen der jetzt schon mehr als galoppierenden Inflation nicht mehr die Zeit ihre Briefmarken durch einen neuen Wertaufdruck aufzuwerten. Ab dem 26. November wurden die Briefmarken an den Postschaltern zum vierfachen Nennwert verkauft. Die hier verwendeten Briefmarken kosteten also am 29. Nov. statt 20 Milliarden jetzt 80 Milliarden Reichsmark. Da diese "Vierfach-Frankaturen" nur in der Zeit vom 26. November bis zum 30. November 1923 (ab 1. Dezember betrug das Porto für einen einfachen Brief 100 Milliarden Reichsmark oder 10 Rentenpfennige) möglich waren, sind diese Belege, wie auch die nur im Dezember 1923 möglichen Mischfrankaturen von Briefmarken der Reichsmark- und Rentenmark-Währung, sehr gesucht.

Noch ein "Zuckerstückchen"? Bitte schön. Ein Brief vom 10. Dezember 1923 mit einer Mischfrankatur, freigemacht mit Briefmarken für 6 (neue) Rentenpfennige und Briefmarken für 40 Milliarden (alte) Reichsmark auf der Vorder- und Rückseite des Briefes, diese jetzt umgerechnet = 4 Rentenpfennige, also Gesamt-Porto 10 Rentenpfennige.

Der Beitrag wurde uns freundlicherweise von Günter Loffeld, Lauterbach, zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.