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Absenderfreistempel


Absenderfreistempel finden in Deutschland seit 1923 Verwendung, nachdem deren allgemeine Zulassung anlässlich des Weltpostkongresses in Madrid 1920 erteilt worden war. Sie dienen zur Erleichterung der Freimachung von Ausgangspost. Im Absenderteil, früher meist in der Mitte des Abschlags, heute links, ist meistens ein Werbetext enthalten. Die Post erteilt die Einsatzgenehmigung für die entsprechenden Geräte und rechnet die aufgewendeten Gebühren mit den Benutzern ab. Sie hat im übrigen den Vorteil, in nahezu allen Fällen, keine Abstempelungen der Sendungen mehr vornehmen zu müssen .

Im Jahr 1931 wurde es gestattet, im Inlandsverkehr freigestempelte Karten und Briefe für die Rückantwort zu verwenden. Diese Möglichkeit nutzten insbesondere Banken und Auskunfteien. Unsere Abbildung zeigt einen Umschlag, welcher an die Odenwaldbank Michelstadt zurücklief und eine "Streng vertrauliche" Mitteilung über die Bonität eines Kunden enthielt. Normale Post zwischen West-Berlin und dem Bundesgebiet lief 1951 per Reichsbahn durch das Gebiet der DDR. Dieser Beförderungsweg galt als langsam und unsicher, weshalb ihn die Berliner Bank AG umging,indem sie ihren Absenderfreistempel mit ergänzenden 005-(DM) - Freimachung abrollte und gleichzeitig einen Rahmenstempel sowie blau-weißen Aufkleber MIT LUFTPOST/PAR AVION aufbrachte. Somit hatte man die Gewähr, dass der Brief mit einem Flugzeug der AIR FRANCE, AOA, BEA oder PAA nach Frankfurt befördert wurde.

Den geschichtlich aussagefähigen Beleg rettete seinerzeit ein Banklehrling aus dem Papierkorb, bewahrte ihn also vor der Vernichtung, was wegen der damaligen allgemeinen Sammelgewohnheiten eigentlich ungewöhnlich ist, denn mit dem Aufbewahren markenloser Briefe befasste sich kaum jemand.