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Flugstrecke Berlin-Weimar-Berlin


DEUTSCHE-LUFTREEDEREI - Flugstrecke Berlin-Weimar-Berlin

Am 6. Februar 1919 eröffnete die DEUTSCHE-LUFTREEDEREI mit der Strecke Berlin-Weimar-Berlin den ersten regelmäßigen Luftpostdienst in Deutschland. Aber warum wählte man gerade das verträumte Städtchen Weimar als Zielort, dazu als Erläuterung die damalige politische Lage in Deutschland.

Der erste Weltkrieg war verloren und wir saßen (als Staat) ziemlich tief in der Patsche. Wilhelm II, seines Zeichens ehemals von Gottes Gnaden Kaiser von Deutschland, saß dagegen wohlbehalten in Doorn (Holland) und sah sich seinen Scherbenhaufen aus der Ferne an. Die Suppe, die wir jetzt auslöffeln mussten, wurde von vielen Köchen angerührt und von den Siegermächten (besonders von den Franzosen) kräftig versalzen. Im Lande waren Revolutionen und Streiks ein beliebtes Gesellschaftsspiel geworden, allerlei Parteien und Gruppierungen wollten jetzt an die "Futterkrippe" (der Politiker sagt hier "in die Verantwortung"). Da die Luft in der Reichshauptstadt Berlin besonders bleihaltig war, dort hatte die Reichswehr gerade eine wenig fromme Gesellschaft, den Spartakusbund, aus dem Wettbewerb geschossen, eröffneten am 6. Februar 1919 die politischen Parteien in Weimar die 1. Nationalversammlung. Um eine schnellstmögliche Verbindung zur Hauptstadt Berlin sicher zu stellen wurde die Flugpostlinie Berlin-Weimar eingerichtet.

Erstflugbeleg Weimar - Berlin vom 06. Februar 1919

 

Beleg2Bedarfsbeleg Berlin - Weimar vom 12. März 1919

Und wie ging es weiter mit der Luftpostlinie ? Das Luftpost-Porto in Höhe von einer Reichsmark (einschließlich Eilzustellung) war für den normalen Bürger zu hoch, als Folge kaum ein privater Bedarf auf eine zivile Luftpost-Beförderung. Da nutzte es auch nicht das Luftpost-Porto (ab 1. Juli 1919), jetzt ohne Eilzustellung, auf 0,20 Reichsmark herab zu setzen. Als dann noch im August 1919 die Nationalversammlung sich nach Berlin verlegte, erfolgte die Luftpost-Beförderung aus verschiedenen Gründen, dazu gehörte auch zeitweiliger Benzinmangel, sehr unregelmäßig. Gegen Ende des Jahres 1919 legte man diese Luftpostlinie endgültig still.

Der Beitrag wurde uns freundlicherweise von Günter Loffeld, Lauterbach, zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.