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"Hubschrauberpost"


Den abgebildeten Beleg könnte man als Inselpost bezeichnen. Wie schon oft zuvor, waren im strengen Frostwinter Anfang 1956 die Küstengewässer um die nordfriesischen Inseln zugefroren. Die starke Eisbildung verhinderte den Schiffsverkehr, der die Versorgung u.a. mit Post vom Festland aus ermöglichte.

Die Drucksache wurde an ein seinerzeit in Michelstadt ansässiges Arzneimittelwerk gerichtet. Ein Apotheker auf Pellworm bat um Zusendung eines Musterpräparates. Weil die Seeverbindung mit Husum eingestellt war, sandte man die Karte "Mit Hubschrauberpost" von Pellworm über Hallig Hooge nach Westerland, wo sie den Anschluss an das Bahnnetz erreichte. Kurt Dahmann registrierte diese Beförderung in seinem 1973 erschienen Katalog als Helicopter-Flug der (britischen) Royal Air Force. Es sei erwähnt, dass es bereits 1919 Eis-Notluftpost an der deutschen Nordseeküste per Flugzeug gegeben hat.